Saturn SmartPay – mit NFC Tags aber ohne Bargeld

TL;DR: Ein weiteres SmartPay Konzept, das sehr schön auflistet, was technisch machbar ist (Barcode-Scan, NFC-Tags, RFID-Tags, GooglePay), in dem beim Saturn vorgefundenen Status aber wohl mehr als Werbekampagne, denn dem Beschleunigen des Bezahlen dient.

Erstkontakt

Neugierig durch die Pressemeldung und mit 5 Minuten Zeit vor meiner Feierabend Zug-Heimfahrt, muss ich doch noch schnell einen kurz Abstecher in die Saturn Filiale in der Mönckebergstraße machen. Denn hier testet Saturn ab dem 05.12.2018 das kassenlose Bezahlen mit einer neuen App.

Den erster Kontakt mit der „Zukunft des Bezahlens“ mache ich gleich am Eingang im Untergeschoss des Saturns, als ich durch die Unterführung von Galeria Kaufhof komme und mir das Werbeplakat an der Eingangstür präsentiert wird. Mein erster Check an den Kassen im UG: „Wie sieht denn der Express-Schalter zum Entsichern der Ware aus?“. Doch finde ich am Ausgang des UGs keinen solch beschrifteten Bereich vor. Weiter geht’s durch den Markt zu den Rolltreppen und ich treffe auf weitere Werbeplakate, die am Fussboden und unter der Decke hängend auf die kurze 3-monatige Aktion aufmerksam. Im EG ist dann der Express-Schalter zu finden, neben dem sich auch gleich der Ausgang befindet.

Um am nächsten Tag gut vorbereitet zu sein, lade ich mir bereits zuhause die Saturn SmartPay App aus dem Google Play Store. „SmartPay“ als Suchbegriff reicht scheinbar nicht aus, da es mehr als 10 Apps mit demselben Namen gibt. Vor dem Kauf im Laden registriere ich mich mit meinem Namen und Email.

NFC-Tag/Barcode scannen, Bezahlen, Entsperren

Mit mehr Zeit und komme ich dann am darauf folgenden Tag und öffne die App, um mein Testkauf-Produkt (eine SD-Karte) mit dem NFC-Smartphone zu scannen. Die App startet sofort mit dem Scannen des Barcodes und das Produkt ist schneller in meinem Warenkorb als ich denken kann. Alternativ können viele Produkte neben dem Barcode-Scan auch durch Scannen des im SES-imagotag Preisschilder eingebauten NFC-Tags in den Warenkorb gelegt werden, doch dieser Vorgang ist selbst mit meinem Nexus 5X, das sonst keine Probleme mit der NFC-Kommunikation macht, sehr zäh/langsam und erfordert einen zweiten Anlauf.

Als nächstes soll nun bezahlt werden. Das kann man direkt per PayPal machen oder mit einer hinterlegen MasterCard, Visa oder Maestro-Karte. Ich wähle PayPal und merke schnell dass der 2FA-Login zwar sicherer ist, aber nervig, wenn man die SMS in einem Einkaufs-Tempel empfangen muss.

Mit der Rechnung in der App gehe ich nun zum leider nicht besetzten Express-Schalter, der sich direkt zwischen Ausgang und dem Service-Desk im EG befindet. 2 Mitarbeiter versuchen die lange Schlange am Service-Desk abzuarbeiten und nach 2 Minuten signalisiert mir eine Mitarbeiterin, dass sie gleich zu mir herüber kommen wird. In der Zwischenzeit schaue ich schonmal auf das nicht gesperrte iPad des Entsperr-Desks und werfe einen kurzen Blick darauf, um zu sehen dass 5 Kunden in den letzten 2 Stunden den Prozess bereits genutzt haben 😉

Die Mitarbeiterin kommt mit den einleitenden Worten, dass sie ohne Schulung nun auch das erste Mal den Entsperr-Prozess durchführend wird, wobei sie auch nicht genau weiß, ob die SD-Karte überhaupt mit einem RFID-Tag gesichert ist. Ich gehe mal davon aus dass es nicht der Fall ist, da der Express-Schalter nur durch die RFID-Schranke am Ausgang zu erreichen ist und bereits Alarm gegeben hätte. Die Mitarbeiterin überprüft meinen Einkauf in der Liste anhand meines Namens, da scheinbar kein Scanner zum Abscannen des QR-Codes aus der App vorhanden ist.

Kurz darauf gesellt sich noch eine Londoner Mitarbeiterin von Mishipay dazu und befragt mich nach meiner Meinung über die App. Nach ca 6 Minuten verlasse ich dann den Saturn – doch etwas länger – als wenn ich mich an die Kasse angestellt hätte.

TODO

Einen Tag später finde ich noch in meinem GMX-Spamordner eine EMail mit Kaufbestätigung von saturn.hamburg.smartpay@saturn.de Macht auch nichts, denn die Email ist im Grunde unnötig beinhaltet der QR-Code den Text „TODO“ und den Zeitstempel „12/8/17 13:13“

Was soll das Ganze?

Das ganze ist mehr als Werbekampagne gegen Amazon Go bzw als ein Experiment zu sehen, das für den wirklichen Einsatz natürlich noch nicht optimiert ist. Vorteilhaft wäre ein QR-Code auf den Werbeplakaten im Markt, um die App direkt zu installieren, denn nicht jeder Kunde hat Lust die App erst umständlich im App Store zu finden. Der Entsperr-Desk soll laut Mishipay in einer zukünftigen Version ganz durch ein verbessertes RFID-System entfallen. Außerdem ist GooglePay in der App noch nicht integriert, weil noch nicht freigegeben. Aber alle Tech-Nick-Freaks kommen voll auf ihre Kosten!

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Sparkassen und Google Analytics

Was macht man am Abend, wenn man morgens in der Bahn den Blogartikel „Sparkassen: Flächendeckender Einsatz von Google Analytics?“ gelesen hat?
Richtig – ein Skript mit Python schreiben, welches die Webseiten der Sparkassen auf Google Analytics überprüft.
Das Ergebniss ist schon ein bischen fragwürdig, nachdem es ja schon einen Aufschrei bei der Mobiles Bezahlen App in Bezug auf Google’s Analyse-Tool gab und die Sparkasse sich ja (noch) von Google Pay (aufgrund der Datensammel-Leidenschaft Google’s) distanziert.
9% (36 der 387) der Sparkassen setzen also Google Analytics ein. Dabei fragt man sich doch wer entscheidet dort den Einsatz? Sind die 9% wieder „aus Versehen drin geblieben“ oder ganz bewusst entschieden?

1. Erzgebirgssparkasse http://www.erzgebirgssparkasse.de/
2. Taunus Sparkasse http://www.taunussparkasse.de/
3. Sparkasse Bad Oeynhausen – Porta Westfalica https://www.spkbopw.de/
4. Berliner Sparkasse https://www.berliner-sparkasse.de/
5. Sparkasse Bochum http://www.sparkasse-bochum.de
6. Sparkasse Bremen http://www.sparkasse-bremen.de/
7. Stadtsparkasse Cuxhaven http://www.ssk-cuxhaven.de/
8. Sparkasse Mittelthüringen http://www.sparkasse-mittelthueringen.de/
9. Sparkasse Bodensee http://www.sparkasse-bodensee.de
10. Sparkasse Fulda http://www.sparkasse-fulda.de/
11. Kreissparkasse Gelnhausen http://www.ksk-gelnhausen.de/
12. Sparkasse Muldental http://www.spk-muldental.de/
13. Sparkasse Harburg-Buxtehude http://www.spkhb.de/
14. Sparkasse Hamm http://www.sparkasse-hamm.de/
15. Sparkasse Hannover http://www.sparkasse-hannover.de/
16. Sparkasse Heidelberg http://www.sparkasse-heidelberg.de/
17. Kreissparkasse Hildburghausen http://www.sparkasse-hildburghausen.de/
18. Sparkasse Hildesheim Goslar Peine https://www.sparkasse-hildesheim.de
19. Sparkasse Ingolstadt Eichstätt http://www.spk-in-ei.de/
20. Sparkasse KölnBonn https://www.sparkasse-koelnbonn.de
21. Sparkasse Lüneburg http://www.sparkasse-lueneburg.de/
22. Sparkasse Wittenberg http://www.sparkasse-wittenberg.de
23. Sparkasse Mainz http://www.sparkasse-mainz.de/
24. Sparkasse Merzig-Wadern http://www.sparkassemerzig-wadern.de/
25. Stadtsparkasse München http://www.sskm.de
26. Sparkasse Südholstein https://www.spk-suedholstein.de
27. Sparkasse Nürnberg http://www.sparkasse-nuernberg.de
28. Mittelbrandenburgische Sparkasse http://www.mbs.de/
29. Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen http://www.sk-rade.de/
30. Sparkasse Siegen http://www.sparkasse-siegen.de
31. Sparkasse Niederbayern-Mitte http://www.sparkasse-niederbayern-mitte.de/
32. Kreissparkasse Tuttlingen http://www.ksk-tut.de/
33. Sparkasse Markgräflerland http://www.spk-mgl.de/
34. Sparkasse Oberland;https://www.sparkasse-oberland.de/
35. Niederrheinische Sparkasse RheinLippe http://www.nispa.de/
36. Nassauische Sparkasse http://www.naspa.de

‚Mobiles Bezahlen‘ App der Sparkassen (girocard mobile) ist verfügbar

‚Mobiles Bezahlen‘ App der Sparkassen (girocard mobile) ist verfügbar

Eine Woche nach dem Start von Google Pay ist nun auch die Bezahl-App der Sparkassen für Android Smartphones verfügbar. Folgende Sparkassen sind zum Start dabei, wobei teilweise erstmal nur die Mitarbeiter die App testen:
Sparkasse Baden-Baden Gaggenau GiroPrivat 4.90EUR/Monat
Sparkasse Nürnberg Konto Kompakt 2,90EUR/Monat
Förde Sparkasse MEINKonto PLUS 8,50EUR/Monat
Sparkasse Hannover Giro Smart 3.50EUR/Monat
Kreissparkasse Rhein-Hunsrück GiroPur 3.00EUR/Monat (Kreditkarte 30EUR/Jahr)
Kreissparkasse Ludwigsburg Giro Classic Online 0EUR/Monat (Kreditkarte 30EUR/Jahr)
Sparkasse Aachen Girokonto [online] 0.00EUR/Monat (Mastercard 23EUR/Jahr)
Naspa (Nassauischen Sparkasse) Naspa Giro Online 2.50EUR/Monat bzw 15,00 EUR/Quartal

Die jeweils angegebenen, doch recht unterschiedlichen Kontomodelle/Preise habe ich einfach mal mit aufgelistet falls jemand die App testen möchte 😉
Ab dem 30. Juli sollen dann auch offiziell alle (bzw die meissten Sparkassen) dabei sein. Wie immer leider ohne Haspa, die erst 2019 auf das Kernbanksystem der Sparkassen wechseln.

Die App kann im Google PlayStore heruntergeladen werden: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.s_payment.mobiles_bezahlen

SEQR – mein Android Pay Wallet ohne Android Pay

screenshot_20161030-123530Die App SEQR des schwedischen Finanzdienstleisters Seamless kennen bis jetzt wohl nur wenige. Vor über 3 Jahr als QR-Code Payment App gestartet kann man mit der mittlerweile für Android, iOS und Windows Phone erhältlichen App Bezahltransaktion via eingescannten QR-Codes triggern. Die App ist mittlerweile in Sweden, Finnland, Rumänien, Belgien, Portugal, Niederlande, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, UK und USA verfügbar.

Eine weitere Bezahl App?

So weit, so gut. Eine weitere Bezahl App. Wäre da nicht die Integration der HCE Technik (nach Zukauf der norwegischen Firma MeaWallet AS). Mit dieser ist es möglich an allen weltweit verfügbaren NFC-Bezahlterminal kontaktlos zu bezahlen, ebenso wie es mit Android Pay, Apple Pay oder zb boon möglich ist….wenn denn Android Pay, Apple Pay schon in Deutschland verfügbar wären 😉 boon als NFC Bezahl App zu nutzen war zu Anfang vielleicht ganz nett, aber ein weiteres Konto nur für das schnellere Bezahlen aufzutanken entfällt mit SEQR, da hier der Betrag via ELV alias SEPA-Lastschrift (SEPA Direct Debit – SDD) von einem hinterlegten Konto abgebucht wird. Nach drei erfolgreichen SEPA Lastschriftzahlungen wird das Ausgabelimit automatisch von 75EUR auf 750EUR erhöht.

“Tap & Pay” – Payback in einfach

Als Beigabe verspricht der Anbieter bis zu 3% Rabatt auf alle Einkäufe zu geben. Ohne leidiges ‚Coupons Geschnipsel‘ und ‚Ja, ich habe eine Payback Karte und werde sie jetzt nutzen‘ wird je nach Anzahl der Einkäufe belohnt: 1% (1-11 Käufen/Monat), 2% (12-19 Käufen/Monat), 3% (mehr als 20 Käufen/Monat).

Installation

Bei der Installation der App wird nach SEQR-PIN, EMail Addresse, Mobilfunk Nummer, Name, Geburtsdatum, und Anschrift gefragt.screenshot_20161024-205913  screenshot_20161024-210004  screenshot_20161024-210254  screenshot_20161024-210409  screenshot_20161024-210503  screenshot_20161024-210524  screenshot_20161024-210846  screenshot_20161024-210856  screenshot_20161024-211534

Zur Identitäts Verifikation ist ein Personalausweis, Führerschein oder Reisepass erforderlich, der direkt mit der App fotografiert werden kann. Danach erfolgt die Aktivierung der “Tap & Pay” Bezahlfunktion, die bei mir leider nicht auf Anhieb funktioniert hat.screenshot_20161024-212015  screenshot_20161024-212039

Der technische Support kann in diesem Fall aber recht schnell via Twitter helfen und innerhalb von 1 Stunde war das Problem behoben und mein Account aktiviert.

Fazit

Ich benutzt die App zwar gerade mal seit dem Wochenende und habe erst vier Zahlungen damit getätigt, bin bis jetzt aber recht zufrieden damit und werde weiter Testen.
Beim Bezahlen muss der “Tap & Pay” Dialog immer im Vordergrund ausgewählt sein, selbst wenn unter den Android Systemeinstellungen die SEQR App als Default eingetragen ist.
Fünf Transaktionen können offline durchgeführt werden danach muss die App wieder ’nach Hause telefonieren‘ um neue Tokens vom Hintergrundsystem zu erhalten.
Wenn ihr euer Smarphone gerootet habt dann braucht ihr die App gar nicht erst zu installieren, denn dann wird Tap & Pay nicht aktiviert!
Schauen wir mal wie lange die DK (Deutschen Kreditwirtschaft) ihren Spec-Baukasten für eine Konkurrenz SEQR App noch in der Schublade verkümmern lässt oder es noch dauert bis Android Pay nach Deutschland kommt um meinen aktuellen NFC-ELV-Bezahlproxy abzulösen.

Play Store: SEQR App https://play.google.com/store/apps/details?id=com.seamless.seqr
SEQR – deutsche FAQ https://www.seqr.com/de/customer-service/
19. April 2015 SEQR: neuer Bezahldienst für Smartphones http://androidmag.de/news/apps-news/seqr-neuer-bezahldienst-fuer-smartphones/
SEQR Developer – Develop and accept payments with SEQR http://seamlessdistribution.github.io/
Belgischer Twitter Account (beantwortet auch Anfragen in deutsch) https://twitter.com/SEQRbe

Update: 2016-11-05

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Nach einer Woche mehrfacher Nutzung der App ohne Probleme ist mein Ausgabelimit auf 3,87EUR gesunken aber noch keine SEPA Abbuchung auf meinem Konto eingegangen. Somit muss ich jetzt warten bis mein Ausgabelimit durch die ersten 3 erfolgreichen Abbuchungen wieder erhöht wird. Das scheint laut FAQ nach 7 Bankarbeitstagen der Fall zu sein. In meinem Fall dauert es also wohl noch bis Mitte nächster Woche…

Update: 2016-12-07

Mit dem App Update v4.5.17 ist die Tap and Pay Funktion nun auch mit einem Click weniger auf der Startseite erreichbar.SEQR - Tap & Pay auf der Startseite

Update: 2016-12-21

Einen Minuspunkt muss ich der App allerdings geben: sie benutzt immer dieselbe PAN (Zahlungskartennummer) (siehe EMV Tag 56 Track 1 Data) denn es kommt leider kein Tokenizationzum Einsatz. Vielleicht wird Seamless das ja in einer späteren Version nachliefern.

Update: 2017-02-02

Ein bisschen verspätet, aber er ist angekommen – der angepriesene Bonus / Cashback / Rabatt, den SEQR mit den Worten „Zahlen Sie mit Seqr und erhalten Sie bis zu 3% auf Ihre Ausgaben“ bewirbt. Die App weisst mit einer Notification darauf hin und der vorhandenen Betrag wird dann im SEQR Account angezeigt. Für einen Betrag von fasst 10 EUR (in diesem Quartal) nimmt man doch gerne diese um 2-3 Tage zeitversetzte Abbuchung der Beträge anstelle von Realtime in Kauf.
seqr-cashback-notification
seqr-cashback

BBC micro:bit als Beacon

bbc:microbit
Zwar gibt es Beacons schon seit der Einführung durch Apple in 2013, aber in freier Wildbahn ist mir bis jetzt noch keiner begegnet. Ebensowenig sind mir Beacons/BLE als NFC-Killer beim Mobile Payment begegnet. Aber trotzdem reizt diese Technik, da sie grosses Potential hat wenn denn die passende Killer-Applikation dafür gefunden wird 😉
Wer die Beacon Technik einmal evaluieren möchte aber keine großen Kosten aufwenden möchte ist mit einem
BBC micro:bit – Starter Kit 15GBP (~18EUR) https://thepihut.com/products/micro-bit-starter-kit recht gut bedient.
Neben den für Schüler entwickelten Create Code Projekten (Code Kingdoms, Block Editor, Touch Develop, MicroPython) kann man den micro:bit nämlich auch mit anderer Firmware/OS nutzen.

Espruino – JavaScript

Hier kommt das Projekt Espruino ins Spiel. 2013 als Kickstarter Projekt ausgerufen stellt es ein Evalboard zur Verfügung, welches mit JavaScript programmiert werden kann.
Der JavaScript Source Code kann im Google Chrome Browser via Espruino Web IDE recht einfach editiert werden.
Wenn Web Bluetooth (auf dem PC/Host unterstützt wird und aktiviert ist) kann der Code sogar via Bluetooth zum micro:bit gesendet werden oder sonst alternativ via Serial Port mit dem angeschlossenen USB-Kabel übertragen werden.
Erforderlich ist dafür die Espruino Firmware, die als Hex Image von zB http://www.espruino.com/binaries/travis/master/espruino_1v86.400_microbit.hex heruntergeladen werden kann und auf dem ‚micro:bit-Laufwerk‘ (Mass-Storage Device) abspeichert wird.

nRF

espruino_web_ide
nRF (=Nordic RF nRF51822 SoC bildet das Herzstück des micro:bit), so lautet die Klasse in der Espruino API, mit der die BLE Funktionalität des micro:bit angesprochen werden kann. Mit folgender langen Zeile Code


NRF.setAdvertising([0x03, // Length of Service List
0x03, // Param: Service List
0xAA, 0xFE, // Eddystone ID
0x13, // Length of Service Data
0x16, // Service Data
0xAA, 0xFE, // Eddystone ID
0x10, // Frame type: URL
0xF8, // Power
0x03, // https://
'g','o','o','.','g','l','/','D','t','e','k','j','A'],
{interval:100});

lässt sich ganz einfach eine Eddystone-URL verbreiten. Mit den weiteren Funktionen der NRF API (wie zB servicesDiscover, setScan) kann natürlich auch nach BLE Services gesucht und diese genutzt werden. Zurzeit ist die API noch in Entwicklung und man sollte immer das letzte Daily Hex Image nutzen.
screenshot_nearby_notificationscreenshot_nearby_discovery

Links

Espruino Firmware für micro:bit (espruino_1vXX.XXX_microbit.hex) http://www.espruino.com/binaries/travis/master/
Espruino API http://www.espruino.com/Reference#software
Espruino Web IDE (Chrome Web Store) https://chrome.google.com/webstore/detail/espruino-web-ide/bleoifhkdalbjfbobjackfdifdneehpo

Twitter Bots – Sie sind mitten unter uns

Congratulation_you_have_over_600_followers
Twitter gratulierte mir heute morgen zu meinem 600sten Follower. Habe ich mich darüber gefreut? Nein, nicht wirklich denn die letzten 20 neuen Follower sind nichts anderes als Bots – Skripte, die automatisch agieren: folgen, retweeten. Dieser Bot scheint aber wirklich sehr einfach gestrickt zu sein, da er keine eigenen Tweets verfasst. Wie ich drauf komme dass es ein Bot ist? Das kann man recht einfach herausfinden indem man sich die Tweets näher anschaut und die Accounts miteinander vergleicht. Hier ist die (unvollständige) Liste meiner 34 neuen ‚Freunde‘:

bot_follower

Clemens Hahn https://twitter.com/HahnClemens
Joanna Hahn https://twitter.com/HahnJoanna
Vera Baumann https://twitter.com/VeraBaumann007
Marius Lang https://twitter.com/mariuslang2
Tino Becker https://twitter.com/TnoBckr
Evelin Schmidt https://twitter.com/schmidt_evelin
Sina Friedrich https://twitter.com/FriedrichSina
Benjamin Voigt https://twitter.com/benjaminvoigt1
Gerrit Braun https://twitter.com/BraunGerrit
Axel Günther https://twitter.com/GuntherAxel
Norman Meyer https://twitter.com/MeyerNormann
Steffen Fischer https://twitter.com/FischerSteffe
Sabine Schneider https://twitter.com/sabine12schneid
Isabel Krämer https://twitter.com/IsabelKraemer
Michael Stein https://twitter.com/SteinMicha
Julian Busch https://twitter.com/JulianBuschFr
Kirstin Klein https://twitter.com/KleinKirstin
Ute Schulz https://twitter.com/UtSchulz
Nadine Hartmann https://twitter.com/HartmannNd
Katrin Werner https://twitter.com/KatrinWernerFFM
Angelika Martin https://twitter.com/AngiMq
Frauke Wolff https://twitter.com/FraukeWolff
Alexander Schwarz https://twitter.com/sc_schwarz
Erik Schmitt https://twitter.com/ErikSchmittchen
John Graf https://twitter.com/JohnGraf2014
Harald Bergmann https://twitter.com/BergmanHarald
Miriam Schmidt https://twitter.com/MiriamLeipzig
Jens Weber https://twitter.com/Weber4Jens
Iris Schwarz https://twitter.com/IriSSchwar_z
Silke Lang https://twitter.com/LangeSilke
Friederike Schäfer https://twitter.com/FrSchafer
Klemens Roth https://twitter.com/KlemensRoth
Ralph Hofmann https://twitter.com/RalphHofmann300
Ole Simon https://twitter.com/simon_ole

Die wollen doch nur spielen

Auf den ersten Blick sehen die Accounts ja ganz normal aus: Vorname + Nachname, seit Oktober 2014 registriert und mit Profilbild. Wenn man allerdings die Namen googelt stösst man z.B. auf http://personifind.com/influencer/TnoBckr und sieht dass die ‚Freunde‘ alle zusammen gehören.
Googelt man dann noch nach den Profilbilder wird man sehr schnell fündig und kann die ‚Fälschungen‘ den ‚Originalen‘ zuordnen:
hans_juergen_stark_vs dave_palmer_vs Andreas_Schulte_vs

Wer also sein Profilbild ins Web stellt muss scheinbar damit rechnen dass der Zwillingsbruder/-schwester @eCommerce_DE Tweets verteilt? Wer das ganze nur lustig findet kann sich dann ja mal die Artikel ‚Mit der Maschine Meinung machen‘‚Die unheimliche Manipulation durch Robot-Herden‘ oder ‚Wie Social Bots uns manipulieren, wer daran verdient und wie die Fakes auffliegen‘ durchlesen.

Kommentare (z.B. zum Entfernen der Originalbilder vor Beauftragung des Rechsanwalts) bitte im Anschluss abgeben oder direkt bei @regnerischerTag

boon – Android Pay ohne Google, ohne NFC-SIM aber mit HCE

boon_webside_countdown

Während der Countdown auf der boon Webseite noch bis zum 23.11.2015 den Start des ersten in Deutschland nutzbaren Wallets für alle Android NFC Smartphones (mit HCE-Unterstützung) anpreist bin ich auf dem Weg zum Aldi um die Zukunft des Bezahlen auszuprobieren. Bisher war es für mich zwar schon möglich mit einem NFC-Sticker oder einer kontaktlosen Kreditkarte bei einigen Läden in Hamburg zu bezahlen, aber das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone blieb zunächst leider nur den Besitzern eines Telekom-, Vodafone- bzw E-Plus-Vertrags vorenthalten. Denn bisher war es nur möglich eine sogenannte NFC-SIM bei dem Provider anzufordern und in eins der kompatiblen Android Smartphones einzusetzen. Den Witz mit den auf dem Telefon (mit ausgeschaltetem NFC) aufgeklebten NFC-Stickern führe ich an dieser Stelle nicht weiter aus.

Was ist nun anders?

Neu ist dass keine spezielle NFC-SIM erforderlich ist, entsprechend auch Prepaid-Kunden in den Genuss des ‚Bezahlen 2.0‘ kommen und sie dafür jedes NFC-Smartphone mit Android ab 4.4 nutzen können. Beispielsweise können so alle Nexus 4,5,6 Besitzer schon einmal vor dem Android Pay Start in Deutschland im Jahre 20XX Erfahrungen sammeln.

boon? Wer?

boon payment ist der im März 2015 auf dem MWC 2015 angekündigte Bezahldienst von Wirecard. Und wer ist Wirecard? Die Firma, die den erster NFC Sticker in Deutschland unter dem Namen mpass herausgebracht hat und für viele Payment-Kunden das Backend zur Verfügung stellt.

Installation und Registrierung

Als erstes muss also – wie üblich – die erforderliche App installiert werden. Nach dem Download/Installation dann durch einige Registrierungdialoge (Telefonnummer, Passwort, PIN, Sicherheitsfrage) klicken:
screenshot_boon_reg1  screenshot_boon_reg2
screenshot_boon_reg4  screenshot_boon_reg5  screenshot_boon_reg6  screenshot_boon_reg7  screenshot_boon_reg8  screenshot_boon_reg9

Für den Start muss nur die Telefonnummer preisgegeben werden und man bekommt als Dankeschön ein Willkommens-Entgeld von 5 Euro gutgeschrieben.
screenshot_welcome_to_boon  screenshot_boon_startscreenshot_boon_available_amount.5EUR.

Es kann evtl 1 Tag dauern bis die Gutschrift erscheint. Ansonsten darf man gerne auf den schnellen Support zurückgreifen, der bei mir innerhalb von einer Stunde via Mail geantwortet hat!

Der Praxistest

Im Aldi angekommen. Meine Lieblingsschokolade aus dem Regal gezückt und direkt zur Kasse. Prima, kein anderer Kunde da, sonst wird’s evtl peinlich. Aber auch keine Kassierin an der Kasse. Die räumt grade Regale ein. Warten. Dann kommt der Kollege. Nexus5X aus der Hosentasche gezückt. Fingerprintsensor erleichert das Einloggen ungemein. Kassierer sagt „99 Cent“ und hält die Hand auf. Ich sage „einmal kontaktlos Zahlen“. Dann Smartphone rann an das Verifone H5000 Terminal, PIN-Dialog der App wird angezeigt – ja das ist etwas umständlich!

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Nach Eingabe der PIN wieder (innerhalb von 1 Minute) ans Terminal halten und Biep, es hat funktioniert! Kassierer grinst mich noch an und sagt „…Sie sind der Erste… die Anderen trauen sich noch nicht so recht…“. Im Auto angekommen wird die Transaktion bereits in der App gelistet.

Besser? Schlechter?

So kann man also Bezahlen. Etwas anders – mit der PIN-Eingabe umständlicher – gegenüber einer Kreditkarte. Aber ok – es ist ja eine weitere Möglichkeit und bestimmt nicht die letzte im NFC-Smartphone-Universum. Von Vorteil wäre wenn Wirecard die PIN-Abfrage durch einen vorhandenen Fingerprintsensor-Scann ersetzten könnte. Fraglich ist auch wie Kaufland-Mitarbeiter reagieren und ob sie die Transaktionszeit evtl durch eine abschliessende Unterschrift noch einmal drastisch anheben sollten?
Der Testballon – der Starter Account ist kostenlos (kann aber auch nicht aufgeladen werden), die Basic und Plus Variante kosten nach 1 Jahr dann 99Cent/Monat, ausserdem sind dann weitere Daten – wie bei jedem Konto – erforderlich.
Probiert die Testversion ruhig einmal aus und postet Eure Kommentare & Feedback.

wenn's draußen mal regnet…